Teilnehmerkreis
Ärzte aller Fachrichtungen und approbierte Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Inhalte und Ziele
Nicht nur nach Yalom beeinflusst eine erhöhte Sensibilität für existenzielle Fragen wie Alter, Krankheit und Tod das Wesen der Beziehung zwischen Therapeut und Patient enorm und wirkt sich auf jede einzelne therapeutische Sitzung aus. Die Beschäftigung mit einer der existentiellsten Fragen erfolgt in dieser Veranstaltung mittels einer geleiteten Imaginationsreise in den eigenen Sterbeprozess.
Nach Sokrates ist ein ungeprüftes Leben nicht lebenswert. Mit anderen Worten: Wenn wir unser Leben nicht kontinuierlich überprüfen, um sicherzugehen, dass seine Ausrichtung für uns stimmig ist, besteht die Gefahr, dass wir Gewohnheitsmuster kultivieren, die in der Zukunft von uns bedauert werden.
Dieses Gewahrsein, dass wir alle im Sterbeprozess und durch den Tod von allem getrennt werden, was uns wichtig ist, ist der Schlüssel der Erkenntnis, bezogen auf alle Gedanken, Redensarten und Handlungen, die einem guten Leben nicht förderlich sind. So werden die Nebenwirkungen lang gehegter Ansichten und Meinungen deutlich, indem diese in der Imagination zu Ende gedacht werden.
Durch den Lebensrückblick im Rahmen der geführten Imagination in den eigenen Sterbeprozess erkennen die Teilnehmer in der Regel sehr genau, worauf es ihnen selbst im Leben wirklich ankommt und ob ihr Leben tatsächlich nach diesen Dingen ausgerichtet ist oder sie unbewusst an ihnen vorbeigehen.
Die Teilnehmer erkennen zudem, was ihnen in solch einer Situation, von schwerer Erkrankung bis hin zum Sterbeprozess, Halt geben könnte. Dabei lautet eine thanatologische Devise: Was im Sterbeprozess hilft, hilft auch in jeder anderen schwierigen Situation. Durch diese Einsichten können sie das, was ihnen im imaginierten Sterbeprozess Halt gibt, bewusst in ihrem Leben kultivieren und auch in jeder anderen schwierigen privaten und beruflichen Lebenssituation einsetzen.